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Das sprachwissenschaftliche Problem der innerslavischen 'falschen Freunde' im Russischen

Art der Arbeit Schriftliche Hausarbeit im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt für die Sekundarstufe II mit Zusatzprüfung für die Sekundarstufe I
Datum Köln, 8. Juni 2000
engl. The linguistic problem of inter-Slavonic 'false friends' in Russian
russ. Lingvistièeskaja problema mežslavjanskich 'ložnych druzej' v russkom jazyke
Volltext

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Inhalt

- Zusammenfassung auf Deutsch (unten)
- abstract in English
- rezjume na russkom jazyke
 

Ziel Die Staatsexamensarbeit "Das sprachwissenschaftliche Problem der innerslavischen 'falschen Freunde' im Russischen" befasst sich mit dem Problem der so genannten 'falschen Freunde des Übersetzers'. Ihr Ziel ist es zu zeigen, dass die Untersuchung von Wortpaaren wie r. stol 'Tisch' : bg. stol 'Stuhl', r. divan 'Sofa' : p. dywan 'Teppich' oder r. slovo 'Wort' : kr. slovo 'Buchstabe' der Sprachwissenschaft (z. B. Semantik oder Lexikologie) neue Impulse geben kann.
Definition Leider wird der Terminus 'falsche Freunde' von verschiedenen Autoren sehr unterschiedlich verstanden, so dass diese Arbeit den Ausdruck Pseudo-Analogonymie benutzt, der von Hengst* vorgeschlagen wurde und sich nur auf lexikalisch-semantische Interferenzen bezieht. Es wird eine detaillierte Definition dieses Begriffs erarbeitet, die alle in zwei Idiomen vorliegenden Vollwörter mit formaler Kongruenz (d. h. Ähnlichkeit oder regelmäßige Entsprechung) umfasst, die füreinander nicht das beste Äquivalent darstellen.
Analyse Auf dieser Grundlage werden die semantischen und formalen Ursachen der Pseudo-Analogonymie analysiert sowie die Faktoren, die die 'Gefährlichkeit' und Häufigkeit der Pseudo-Analogonyme beeinflussen. Dabei stellt sich heraus, dass Pseudo-Analogonyme vor allem in Wortfeldern mit einem hohen Anteil an Lehnwörtern sowie zwischen Sprachen mit mittlerem linguistischem Abstand vorliegen. Die 'Gefährlichkeit' der Pseudo-Analogonyme wird mehr von den Relationen zwischen den Bedeutungen zweier Wörter als von der Art der Bedeutungen selbst bestimmt.
Besondere
Phänomene
Pseudo-Analogonymie kommt auch in Wortfeldern mit klaren, 'wissenschaftlichen' Begriffsbestimmungen vor und sogar zwischen Wörtern mit genau entgegengesetzter Bedeutung (Enantiosemie). Wegen ihrer Systemhaftigkeit sollten Pseudo-Analogonyme nicht nur in einzelnen Wortpaaren, sondern auch in ihren gegenseitigen Beziehungen untersucht werden. Exemplarisch wird dies an einigen Verben der Sinneswahrnehmung (Synästhesie) sowie Ethnonymen und Toponymen demonstriert.
   
Anmerkungen * Hengst, Karlheinz. 1977. "Lehnwort – Internationalismus – Analogonym: Zur Semantik fachsprachlicher interlingualer Analogonyme im Russischen und Deutschen. H. H. Bielfeldt zum 70. Geburtstag." Zeitschrift für Slawistik 22, 250-259, hier 252.
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© Daniel Buncic, letzte Änderung: 08.03.2002