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Sprw. Proseminar
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Sommersemester 2002 Eine der wichtigsten Erkenntnisse, die der Linguistik im heutigen Sinne den Weg ebneten, war die, dass Geschriebenes nicht unmittelbar Gesprochenes wiedergibt. Die folgerichtige strikte Unterscheidung zwischen Lauten und Buchstaben hatte jedoch zur Folge, dass die Sprachwissenschaft bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts dem lautlichen Ausdruck eindeutige Priorität einräumte und den schriftlichen Ausdruck vernachlässigte. In den letzten Jahren hat sich durch die Beschäftigung mit der Schrift als einem selbständigen Subsystem der Sprache ein spannendes Feld (wieder) aufgetan. Besonders interessant ist diese Entwicklung für die Slavistik: Zum einen warten viele im Rahmen von Germanistik und Anglistik gewonnene Theorien derzeit noch darauf, auf die slavischen Schriftsysteme angewandt zu werden; zum anderen hat die Erforschung der Herkunft und Entwicklung der kyrillischen und glagolitischen Schrift eine lange Tradition. Der Seminarablauf ist so geplant, dass zunächst Geschichte und Vorgeschichte der slavischen Schriften behandelt werden (von der Erfindung der Schrift in Mesopotamien und des Alphabets in Griechenland über Kyrill, Kliment, Hus und Peter bis zu den heutigen slavischen Orthographien) und dadurch in einem Zug auch eine Typologie der Schriftsysteme erarbeitet wird. Im Zusammenhang der Typologie wird auch auf den Stellenwert solcher Zeichensysteme wie Piktogramme, Computerkodierungen oder Gebärdensprache einzugehen sein. Im zweiten Teil des Semesters sollen verschiedene Aspekte moderner graphematischer Theorien synchron auf die slavischen Alphabete angewandt werden. Proseminarscheine werden für regelmäßige, aktive Teilnahme am
Seminar und eine Hausarbeit vergeben, über deren erste Ergebnisse ein
kleines Referat zu halten ist. Themen
für diese Arbeit werden in der ersten Sitzung vergeben, können aber auch
schon während der Feriensprechstunden "reserviert"
werden. Seminarplan
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© Daniel Buncic, letzte Änderung: 15.07.2002
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