Daniel Buncic (für Aussprache klicken)
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Sprw. Proseminar:
Phonetische Interferenz
(Deutsch-Slavisch, Slavisch-Deutsch)

Sommersemester 2001
2 St., Mo 10-12, Slavistisches Seminar
Beginn: 23. 4.

 

Inhalt

Diese Proseminar-Homepage wird noch erweitert. Zu Beginn des Semesters werden Sie hier z. B. einen genauer ausgearbeiteten Seminarplan finden.

 

Kommentar

Jeder Mensch, der mehr als eine Sprache spricht, erlebt, dass sich die von ihm gesprochenen Sprachen gegenseitig beeinflussen. Die negativen Folgen bezeichnet man als Interferenz. Auf lautlicher Ebene heißt das, dass man in der Regel nur eine Sprache völlig "akzentfrei" sprechen kann. Der "Akzent" lässt sich aber reduzieren, wenn man sich die Schwierigkeiten bewusst macht.

Dieses Proseminar soll den Teilnehmenden die sprachwissenschaftlichen Grundlagen liefern, Problempunkte der lautlichen Interferenz für Lernende vorherzusagen, experimentell zu ermitteln und zu bewerten. Dabei ist die zu behandelnde Zielsprache in der Regel das Russische, auf Wunsch aber auch eine andere Slavine und für slavische Muttersprachler wahlweise auch das Deutsche.

Neben der praktischen Bedeutung der phonetischen Interferenz für Lernende (und der daraus abzuleitenden didaktischen Bedeutung für Lehrende) soll die Interferenz auch als Auslöser für Lautwandel angesprochen werden: So offenbaren z. B. die phonologischen Systeme der sorbischen Sprachen, des Jiddischen und der deutschen Sprachinseln im Osten deutlich die Einflüsse der sie umgebenden Sprachen.


 

Vorläufiger Seminarplan

  1. Grundbegriffe der Phonetik und Phonologie
  2. Allgemeine Phonetik
  3. Phonologie des Russischen, des Deutschen und z. T. anderer slavischer Sprachen (systematisch-vergleichende Darstellung)
  4. Allgemeine (vor allem psychologische) Probleme der Interferenz, der kontrastiven Linguistik und der Zweisprachigkeit; didaktische Strategien
  5. "Experimentelle Phonetik": Anleitung zur Erstellung auf das jeweilige Thema abgestimmter Fragebögen/Korpora
  6. Einzelne Aspekte phonetischer Interferenz für Lernende
  7. Kontaktlinguistik
  8. Beispiele phonetischer Interferenz als eines sprachhistorischen Faktums: Sorbisch, Jiddisch, deutsche Mundarten in slavischem Gebiet (vgl. hierzu erste Klangbeispiele)

 

Referatsthemen

Die Referate werden sich auf die Punkte 6 und 8 beziehen und nach Möglichkeit ein kleines empirisches Experiment beinhalten. Die einzelnen Themen sollen in den ersten beiden Stunden abgesprochen werden, damit der weitere Verlauf des Seminars sich nach den Wünschen der Teilnehmenden richten kann.

Eine ausführliche Liste mit Themenvorschlägen gibt es hier.


 

Lektüre zur Vorbereitung

  • Unterlagen zu Phonetik und Phonologie aus der Übung Einführung in das Studium der slavischen Sprachen
  • ggf. Unterlagen aus der Übung Einführung in die russische Phonetik
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© Daniel Buncic, letzte Änderung: 01.04.2001