Daniel Buncic (für Aussprache klicken)
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Slavistik und Computer
Ein Erfahrungsbericht von Daniel Bunčić
!! aus dem Jahr 2000 !!

Slavistik und Computer – zwei Welten treffen aufeinander? Für alle, die das immer noch glauben, will ich hier ein paar Vorteile des Computers und des Internets speziell für Slavistik-Studierende aufzählen:

Slavische Textverarbeitung

Es ist wirklich nicht mehr nötig, Seminararbeiten mit der Hand oder mit der Schreibmaschine zu schreiben – oder den Computer als bloße Schreibmaschine zu missbrauchen: Jede moderne Textverarbeitung nimmt einem mit ein paar Handgriffen viel Arbeit ab, die, einmal festgelegt, quasi auf Knopfdruck automatisch durchgeführt werden: die Erstellung eines Inhaltsverzeichnisses, die Nummerierung der Überschriften, das Einrücken und kursiv und einzeilig Setzen der Zitate, den Seitenumbruch, ohne dass Überschriften von dem ihnen folgenden Text getrennt werden, u. v. a. Auch kann jeder Computer ganz selbstverständlich in allen europäischen Schriften schreiben (Russisch, Polnisch, Altkirchenslavisch, Griechisch, phonetische Umschrift usw. usf.), wodurch er auch als persönliche Lernhilfe (Übersichten über Grammatik und ZP-Lernstoffe, Vokabelprogramme) geeignet ist. Die Einzelheiten zur Darstellung fremder Schriften für alle Betriebssysteme hier zu beschreiben, würde etwas zu weit führen. Alle dazu nötigen Hinweise und Software (u. a. eine der deutschen Tastatur angepasste russische Tastenbelegung für Windows 95/98) findet Ihr aber auf den Seiten des Instituts zur Slavifizierung.

Slavistik im Internet

Um ›ins Netz‹ zu kommen, besorgt Ihr Euch ein SMail-Account des Rechenzentrums, das Ihr ganz fix im Glaskasten im Hauptgebäude beantragen könnt (auf welchen man zuläuft, wenn man durch den Haupteingang geht). Nach rund zwei Tagen könnt Ihr Euch dann entweder über Modem von zu Hause aus ins Internet einwählen oder aber einen der vielen Computerpools der Uni benutzen.

Literaturrecherche

Das Internet ermöglicht – soweit ein Modem vorhanden ist – die Literaturrecherche und -bestellung für Seminararbeiten bequem von zu Hause aus. Für die Recherche ist besonders der Karlsruher Virtuelle Katalog zu empfehlen. Dort findet man wirklich nahezu alles, was je veröffentlicht wurde und in Bibliotheken in Westeuropa zugänglich ist. Bücher ab 1989 kann man dann direkt über die Homepage der UB bestellen. Für die älteren muss man leider noch im Zettelkatalog blättern. (Jedoch wird der Katalog nach und nach komplett übertragen – vieles Ältere findet man schon jetzt im Computer.)

Literatur im Volltext

Im WWW findet man aber nicht nur bibliographische Angaben zu Büchern, sondern auch komplette Texte: Viele Werke (darunter sowohl Klassiker von Puškin bis Okudžava, als auch Zeitgenossen, z. B. die Krimis von Aleksandra Marinina, aber natürlich auch viel Schund) kann man sich im Volltext von russischen Seiten herunterladen. (Denn dort verdient das Copyright noch seinen Namen: Jeder scheint dort das Recht zu haben, alles zu kopieren...) Danach kann man, was man hier nicht bekommt, ausdrucken und in Ruhe lesen. Aber auch für sprach- und literaturwissenschaftliche Arbeiten eignet sich so ein Text im Computer: Wie oft und in welchem Zusammenhang kommt in Tolstojs »Anna Karenina« das Wort ljubov' vor? Solche Fragen lassen sich mit der Suchfunktion jeder Textverarbeitung beantworten. Einige gute Startadressen für die Suche nach Literatur sind auf der Verweis-Seite des Instituts angegeben.

Dort findet Ihr auch Verweise auf die Online-Versionen von Zeitschriften und Zeitungen aus slavischen Ländern: Ladet Euch doch mal einen Euch interessierenden Artikel herunter, druckt ihn aus und lest ihn. Das ist gut für die Sprachkenntnis und billiger als die am Bahnhof zu habenden papiernen Presseerzeugnisse.

Besonders interessant ist die Möglichkeit, im Internet nach Sekundärliteratur im Volltext zu suchen. Gebt das Thema Eurer Arbeit in eine der vielen Suchmaschinen ein und wundert Euch, wie viel zu diesem Thema im Internet abzurufen ist. Verweise auf Suchmaschinen für die slavischen Länder finden sich wieder auf der Verweis-Seite unseres Instituts.

Zunehmend erscheinen auch Arbeiten von StudentInnen (vor allem Magisterarbeiten u. ä.) im Internet.* Generell gilt alles, was im Internet steht, als veröffentlicht und damit in wissenschaftlichen Arbeiten zitierfähig. Dazu benutzt man im Grunde das übliche Format wie für Zeitschriftenartikel: Autor, Jahr (oder besser: Datum) der Veröffentlichung, Titel des Artikels (bzw. der WWW-Seite), Fundort (hier also die ›URL‹ genannte Internet-Adresse). Dahinter gibt man zusätzlich das Datum an, an dem man selbst zuletzt auf diese Seite zugegriffen hat, da sich das Internet ja sehr schnell verändert.** Auf eine Seite des Projekts »Falsche Freunde des Slavisten« an unserem Institut verweist man also z. B. folgendermaßen:

Daniel Bunčić, 1999: »Was sind ›falsche Freunde des Slavisten‹?«, <http://www.uni-koeln.de/phil-fak/slavistik/fauxamis/what.htm> (27.03.00).

Natürlich darf man nichts aus dem Internet unkritisch übernehmen: Es wird auch viel Müll produziert. Aber wenn Euch ein Text im WWW gefällt und seriös erscheint, spricht nichts dagegen, ihn zu verwenden.

E-Mail

Das wohl Genialste am Internet ist die elektronische Post: Auch in Russland (und erst recht in den Ländern Ostmitteleuropas) haben nun immer mehr Menschen, vor allem StudentInnen und DozentInnen, eine E-Mail-Adresse. Dadurch kann man mit Bekannten im Ausland (sei es Westfalen oder Ostsibirien) Kontakt halten und wichtige wie unwichtige Informationen blitzschnell austauschen. Wer selbst ins Ausland geht und über seine gewohnte SMail-Adresse erreichbar bleiben will, ist übrigens am besten mit einem der kostenlosen E-Mail-Dienste im WWW beraten (z. B. Web.de, GMX oder Yahoo). Um diese Dienste zu erreichen, muss man sich lediglich von irgendeiner Bibliothek oder einem Internetcafé ins WWW einwählen und auf die oben angegebenen Seiten gehen. Ist man einmal angemeldet, gibt man nun nur noch sein Passwort ein und kann drauflos schreiben und empfangen. Außerdem kann man den Dienst so einrichten, dass er regelmäßig das SMail-Postfach überprüft und dort angekommene Nachrichten für Euch im WWW zugänglich macht.

Darüber hinaus haben auch einige DozentInnen an unserem Institut inzwischen E-Mail-Adressen, die Ihr auf den Institutsseiten erfahren könnt. Das Institut als Ganzes ist unter der Adresse slav-inst@uni-koeln.de zu erreichen, die Fachschaft Slavistik (die auch untereinander hauptsächlich per E-Mail kommuniziert) unter fs-slavistik@uni-koeln.de.

Nehmen wir an, Ihr habt gerade ein interessantes Buch oder einen Artikel gelesen, den eine noch lebende Wissenschaftlerin geschrieben hat und zu dem Ihr weitere Fragen habt, so dass Ihr gern Kontakt zur Autorin aufnehmen würdet, – kein Problem: Über eine der Suchmaschinen lässt sie sich meist leicht im WWW aufspüren und ihre E-Mail-Adresse ermitteln, und schon könnt Ihr wissenschaftlichen Informationsaustausch ganz im Sinne der Erfinder des Internets betreiben und Fragen stellen – und mit etwas Glück, wenn Ihr auf einen netten Menschen gestoßen seid, EureN DozentIn mit Zitaten aus unveröffentlichten Manuskripten überraschen...

Die Homepage unseres Instituts

Seit einiger Zeit hat unser Slavisches Institut ein eigenes Internet-Angebot: Die Seiten mit den Verweisen auf interessante Seiten im World Wide Web, E-Mail-Adressen der Mitarbeiter und Tipps zur ›Slavifizierung‹ des Computers wurden bereits erwähnt. Die Präsentation der Öffnungszeiten des Instituts und der Sprechstunden und Telefonnummern der Dozenten ist ja eine Selbstverständlichkeit. Eines Tages sollen zudem alle Mitarbeiter persönliche Informationsseiten bekommen, und das Vorlesungsverzeichnis wird in Zukunft noch zügiger eingebaut werden.

Für alle an slav(ist)ischen Ereignissen in Köln und Umgebung Interessierten gibt es außerdem Veranstaltungshinweise, die man sich auch regelmäßig per E-Mail zuschicken lassen kann. Dazu muss man sich in eine sogenannte Mailingliste eintragen, die SLAV-MAIL heißt: Man schickt lediglich eine E-Mail, die (im Nachrichtentext, nicht im Subject!) ausschließlich den Befehl

subscribe slav-mail
enthält, an die Adresse majordomo@rrz.uni-koeln.de. Nähere Informationen (auch zur ebenso einfachen Abmeldung) findet Ihr hier.

Aber auch vieles gar nicht so streng Wissenschaftliches findet man im Internet: Verweise auf russische Musik, Songtexte, Kinofilme usw. findet Ihr auf den Seiten unseres Instituts, aber ansonsten ›surft‹ einfach mal ein bisschen!
 


*) Wer seine eigene(n) Arbeit(en) im WWW veröffentlichen möchte, kann das über die Seiten des Instituts tun.
**) Diese Zitierregeln sind entnommen aus: Ewald Standop und Matthias L. G. Meyer: Die Form der wissenschaftlichen Arbeit, Wiesbaden 151998 (UTB 272), S. 88.
 
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© Daniel Buncic, letzte Änderung: 04.02.2004