Daniel Buncic (für Aussprache klicken)
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Lösungen der Hausaufgaben

Hausaufgabe zum 22.04.2002 (Grundbegriffe):

1c; 2d; 3b; 4c; 5a; 6b; 7c; 8c; 9c; 10c

Abgegeben wurden 47 Hausaufgaben.
10 Punkte waren zu erreichen.
Die Ergebnisse lagen zwischen 2 und 10 Punkten.
Der Durchschnitt lag bei 6,70 Punkten (= 67 %).
(Die zu erwartende Punktzahl bei völlig zufälligem Ankreuzen wäre übrigens 2,5.)

Hausaufgabe zum 06.05.2002 (Semantik):

1b; 2c; 3c; 4c; 5c; 6b; 7d; 8d; 9c; 10bc; 11a
(Anmerkung zu Bonusfrage 11: Rechteck ist ein Autohyponym, weil es im weiteren Sinne 'Viereck mit rechten Winkeln' und im engeren Sinne 'ungleichseitiges Viereck mit rechten Winkeln; kein Quadrat' bedeutet. Da das 'ungleichseitige Viereck mit rechten Winkeln' und das Quadrat Hyponyme zum Hyperonym 'Viereck mit rechten Winkeln' sind, ist Rechteck sein eigenes Hyponym, also ein Autohyponym.)

Abgegeben wurden 58 Hausaufgaben.
10 Punkte und 1 Bonuspunkt waren zu erreichen.
Die Ergebnisse lagen zwischen 4 und 10,5 Punkten.
Der Durchschnitt lag bei 6,78 Punkten (= 68 %).

Hausaufgabe zum 13.05.2002 (Pragmatik):

1c; 2a; 3d; 4d; 5a; 6ad; 7d; 9bd; 10c
(Anmerkung zu Frage 8: Mea culpa - die Frage enthielt versehentlich keine richtige Antwort und wurde daher aus der Wertung genommen. Als richtige Antwort gedacht hatte ich "Die Kommunikation ist weniger direkt als bei gesprochener Sprache" oder "...ist nicht so direkt wie bei gesprochener Sprache".)

Abgegeben wurden 52 Hausaufgaben.
9 Punkte waren zu erreichen.
Die Ergebnisse lagen zwischen 3 und 8,5 Punkten.
Der Durchschnitt lag bei 5,61 Punkten (= 62 %).

Hausaufgabe zum 27.05.2002 (Phonetik):

1ac; 2d; 3b; 4d; 5b; 6d; 7a; 8d; 9ab; 10a
(Anmerkung: Frage 6 erforderte sehr viel Phantasie; ich habe sie daher nachträglich zur Bonusfrage gemacht. Alle anderen Fragen - auch 1 und 4 - waren hingegen mit Hilfe der Arbeitsblätter und mit Kenntnissen in einer beliebigen slavischen Sprache zu lösen.)

Zu erreichen waren also 9 Punkte und 1 Bonuspunkt.
Abgegeben wurden 46 Hausaufgaben.
Die Ergebnisse lagen zwischen 1,5 und 7,5 Punkten.
Der Durchschnitt lag bei 4,42 Punkten (= 49 % von 9 Punkten).

Hausaufgabe zum 10.06.2002 (Phonologie):

1ac; 2cd; 3c; 4d; 5b; 6cd; 7c; 8ab; 9bc; 10c

Abgegeben wurden 47 Hausaufgaben.
10 Punkte waren zu erreichen.
Die Ergebnisse lagen zwischen 1,5 und 7 Punkten.
Der Durchschnitt lag bei 4,47 Punkten (= 45 %).

Hausaufgabe zum 17.06.2002 (Graphematik und Morphemik):

1bd; 2ab; 3ac; 4c; 5bc; 6c; 7*; 8cd; 9d; 10(a)cd**
   * Frage 7 enthielt abermals versehentlich keine richtige Antwort, wurde daher aus der Wertung genommen.
   ** In Frage 10 entspricht die Bestimmung des -s- in Leist-ung-s-nach-weis als Interfix slavistischen Gepflogenheiten, und auch Heinz Vater (Einführung in die Sprachwissenschaft, München 21996, S. 71 passim) analysiert dies so. In der Germanistik wohl verbreiteter ist aber eine Analyse von Leistungs- als Allomorph von Leistung. Daher ist in Frage 10 sowohl cd als auch acd richtig.

Abgegeben wurden 52 Hausaufgaben.
9 Punkte waren zu erreichen.
Die Ergebnisse lagen zwischen 1 und 7 Punkten.
Der Durchschnitt lag bei 4,42 Punkten (= 49 %)

Hausaufgabe zum 24.06.2002 (Morphologie):

1 ad
2 adefg
3 KD, 4 S, 5 KD, 6 K/S, 7 KD, 8 Z, 9 P, 10 K, 11 A
12 Ein|komm|en|s|steuer (P-W-S-I-W)
13 Re|organ|is|ation (P-W-S-S)
14 un|ver|blüm|t|es (P-P-W-S-F)
15 eigen|tüm|lich|e (W-S-S-F)
16 schicht|est | auf (W-F-P)

Bonusaufgaben:
17 vy|sp|a|vši|s' (P-W-S-S-Ps)
[Das Morphem vši ist evtl. noch in bis zu drei Morpheme zu unterteilen, die durch Minimalpaarbildung ermittelt werden können; das Problem ist hierbei lediglich die Zuweisung der Funktionen, vor allem bei der Unterscheidung von v und š.]
18 mor|e|pla|va|ni|e (W-I-W-S-S-F)
[Hier gehört zum Suffix ni auch noch der in der Schrift nicht repräsentierte Laut [j]. Manche Grammatiken nennen auch ie komplett als Endung, womit dann als Suffix nur noch [n'] übrig bliebe.]
19 pri|vlek|a|tel'n|ost|i (P-W-S-S-S-F)
[Durch Minimalpaare lässt sich das Suffix tel'n in tel' und n aufteilen, von denen n als Adjektive bildendes Suffix (nauènyj) bekannt ist und tel' als Substantive bildendes (pisatel'). Jedoch besteht kein semantischer Zusammenhang, und man kann viele Adjektive mit tel'n bilden, zu denen kein Substantiv auf -tel' existiert, so dass diese Ähnlichkeit vielleicht eher zufällig ist.]
20 jêzyk|o|zna|w|stw|a (W-I-W-S-S-F)
[Die Suffixe w und stw können auch als ein Suffix wstw angesehen werden; dafür spricht, dass ein Adjektiv *(jêzyko)znawy nicht existiert, so dass man wstw als Allomorph des Morphems stw betrachten kann. Meiner Ansicht nach tritt jedoch stw nur an nominale Stämme (vgl. braterstwo, spo³eczeñstwo), so dass mittels w aus der Verbalwurzel zna ein solcher Nominalstamm znaw gebildet wird.]
21
praw|id³|ow|ych (W-S-S-F)
22 za|pro|wadz|i|liœmy
[Die Endung liœmy lässt sich noch weiter unterteilen: So ist zu erkennen, dass l für die Vergangenheit steht und i für den Plural; die Bedeutung 'männliche Personen' ergibt sich jedoch nur aus der Kombination von [l] und [i], und die Endung -œmy tritt nur in der Vergangenheit auf (im Präsens -my), so dass die weitere Unterteilung einige Schwierigkeiten mit sich bringt.]
23 ne|vjer|o|jat|nošæ|u (P-W-I-W-S-F)
[Die Komposition von vjerojat aus den beiden Wurzeln vjer und jat ist möglicherweise nicht mehr ganz durchsichtig.]
24 pre|po|ruè|i|teljn|o (P-P-W-S-S-F)
[Zum Suffix teljn vgl. Anmerkung zu Aufgabe 19.]
25 pro|dublj|iva|nj|e (P-W-S-S-F)

Abgegeben wurden 52 Hausaufgaben.
26 Punkte waren zu erreichen (davon 4 in Aufgabe 1, 8 in Aufgabe 2 und je 1 Punkt in allen anderen Aufgaben).
Die Ergebnisse lagen zwischen 10 und 20 Punkten.
Der Durchschnitt lag bei 15,6 Punkten (= 60 %)

Hausaufgabe zum 01.07.2002 (Syntax):


Es fällt auf, dass die Konjunktion und keinen sinnvollen Platz findet. Sie steht zwischen der von der Präposition von abhängigen Gruppe "vorwiegend von den ... Deutschen" und dem Adverb daher; die beiden Syntagmen sind jedoch nicht gleichrangig, da die Präpositionalgruppe einer der Aktanten zum Verb nennen wäre (das semantische Subjekt: "wer nennt wen wie?"), während das Adverb ein Zirkumstant ist (eine kausale Umstandsangabe: "warum?"). Daher können diese Syntagmen nicht durch und verbunden werden. Ein semantisches (nicht syntaktisches) Problem ergibt sich aus dem Bezug der Gruppe "vorwiegend von den ... Deutschen" auf genannt: Sind es tatsächlich die in Kleinseite wohnhaften Deutschen, die das Böhmisch-Deutsch Kleinseitner Deutsch nennen?

Der Satz ist also (obwohl ich ihn genau so aus der angegebenen Quelle übernommen habe) in sich nicht ganz stimmig; der Autor hat sich offenbar in seinem hochkomplizierten Satzbau etwas verheddert. Gemeint ist vermutlich Folgendes:
Das vorwiegend von den im Prager Stadtviertel Kleinseite wohnhaften Deutschen gesprochene und daher Kleinseitner Deutsch genannte ziemlich penetrante Böhmisch-Deutsch wurde erst in diesem Jahrhundert durch einen Aufsatz des "rasenden Reporters" E. E. Kisch bekannt.
Das Stemma zu diesem Satz sähe folgendermaßen aus:

Hier verbindet die Konjunktion und zwei gleichrangige Syntagmen: gesprochene und genannte sind beides Attribute zu Böhmisch-Deutsch.

Ich habe die Hausaufgaben nicht komplett korrigiert, sondern lediglich durchgesehen und hin und wieder Bemerkungen gemacht; aus einem nicht "angestrichenen" Element ist also nicht zu schließen, dass dieses Element richtig dargestellt ist. Vergleichen Sie dazu bitte Ihre Hausaufgaben mit den oben aufgeführten Lösungen.
Abgegeben wurden 55 Hausaufgaben.
Zwei haben das Fehlen des Partizips gesprochen zum Ausdruck gebracht.

Hausaufgabe zum 15.07.2002 (historische Grammatik):

1d; 2d; 3adehijk; 4b; 5d*; 6f; 7d; 8a; 9a

* Die Frage war leicht missverständlich gestellt: Unter "Sprecher" sollten Muttersprachler und "Zweitsprachler" im engeren Sinne verstanden werden, nicht jedoch Menschen nur mit Fremdsprachenkenntnissen. Bei den Fremdsprachenkenntnissen würde das Englische natürlich den Ausschlag fürs Germanische geben, wohl auf jedem Kontinent unserer Erde. Daher wurde Antwort b mit nur einem halben Punktabzug bewertet; volle Punktzahl gab es für Antwort bd (also Slavisch und Germanisch).
Herleitung der Antwort: Während man für das Finnougrische nur auf rund 16 Mio. Sprecher kommt (Finnisch, Ungarisch, Estnisch, Saamisch sowie Karelisch, Komi-Permjakisch und andere kleine in Russland gesprochene Sprachen), zählen die germanische und die romanische Sprachfamilie je rund 200 Mio. Sprecher (Muttersprachler + Zweitsprachler wie spanische Basken, französische Bretonen oder deutsche Türken). In Russland leben 119 Millionen Russisch-Muttersprachler, und 78,6 % der 145 Mio. Einwohner Russlands leben westlich des Urals, so dass eine vorsichtige Schätzung ca. 95 Mio. russische Muttersprachler im europäischen Teil Russlands ergibt. Zusammen mit den 53 Mio. Einwohnern der Ukraine, den 38 Mio. Polen und den anderen Slaven (darunter Ukrainer in Russland, Russen in den baltischen Staaten, slavische Muttersprachler in Deutschland usw.) ergeben sich allein rund 250 Millionen slavische Muttersprachler (ohne Zweitsprachler) in Europa.

Abgegeben wurden 46 Hausaufgaben.
10 Punkte waren zu erreichen (davon 2 in Frage 3).
Die Ergebnisse lagen zwischen 0,5 und 9 Punkten.
Der Durchschnitt lag bei 5,90 Punkten (= 59 %).

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© Daniel Buncic, letzte Änderung: 16.07.2002